Lübeck/Ratzeburg

Anne Freudenberg-Klopp übernimmt Leitung der Dienste und Werke

Ratzeburg. Pastorin Anne Freudenberg-Klopp ist im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell als Leiterin der Dienste und Werke des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg eingeführt worden. Seit dem 1. Mai verantwortet sie die vielfältigen Arbeitsfelder von Seelsorge, Bildung und gesellschaftlichem Engagement im Kirchenkreis.

Neue Leiterin der Dienste und Werke

Propst Philip Graffam, Synodenpräses Katrin Thomas sowie Mitarbeitende der Dienste und Werke bereiteten der Seelsorgerin in St. Petri Ratzeburg einen fröhlichen Empfang. Aufgrund der sommerlichen Hitze verzichteten die Würdenträger:innen auf das Tragen des schwarzen Ornat.

In ihrer Predigt spannte Anne Freudenberg-Klopp den Bogen von der Antrittspredigt Jesu in Nazareth zu ihrer eigenen neuen Aufgabe. Kennst Du das Gefühl, wenn ein Wort oder eine Begegnung Dein Leben auf den Kopf stellt? Wenn plötzlich alles anders wird?, fragte sie die Gottesdienstgemeinde. Für sie selbst sei es die Zusage nach dem Bewerbungsgespräch gewesen das Zutrauen in diese neue Aufgabe.

Predigt von Anne Freudenberg-Klopp

In den ersten Wochen habe sie bereits viele Menschen und Einrichtungen kennengelernt bei Besuchen im Universitätsklinikum, in Seniorenresidenzen, bei jung+evangelisch oder in Gesprächen mit Ehrenamtlichen. Dabei sei ihr immer wieder deutlich geworden, wie vielfältig die Arbeit der Dienste und Werke sei und wie sehr sie von Begegnungen lebe.

Im Mittelpunkt ihrer Predigt stand das Bibelwort aus dem Lukasevangelium: Heute ist dieses Wort vor euren Ohren erfüllt. Für Anne Freudenberg-Klopp ist dieses Heute eine Zusage Gottes, die bis in die Gegenwart reicht. Dieses Heute ist die Zusage, dass Gottes Geistkraft längst da ist in den Strukturen, in den Menschen und in den vielfältigen Arbeitsfeldern, die diesen Kirchenkreis lebendig machen, sagte sie.

Räume zum Durchatmen schaffen

Besonders hob die neue Leiterin hervor, dass Kirche Räume schaffen müsse, in denen Menschen aufatmen können. Gottes wohlwollender Blick schafft Freiraum. Wir brauchen diesen Freiraum, um vertrauensvoll leben zu können, betonte sie. Das zeige sich in der Begleitung trauernder Eltern ebenso wie in Gesprächen am Krankenbett, in Pflegeeinrichtungen oder in der Arbeit mit jungen Menschen.

Die Arbeitsfelder der Dienste und Werke seien nah an den Menschen und ihren Lebensgeschichten, sagte Freudenberg-Klopp. Die Armen, Gefangenen, Blinden und Zerschlagenen, von denen Jesus in seiner Antrittspredigt spricht, hätten heute konkrete Gesichter und Namen. Sie verwies auf die Arbeit der TelefonSeelsorge, auf das Engagement für Geflüchtete im Kirchenasyl, auf den Einsatz gegen Gewalt an Frauen und auf die vielen Orte, an denen Kirche Menschen begleitet und stärkt. Wo Kirche sich an die Seite der Schutzsuchenden stellt, wird das befreiende Handeln Jesu mitten in unserer Gesellschaft sichtbar, sagte sie.

Offen für Neues bleiben

Gleichzeitig warb Freudenberg-Klopp dafür, offen für Neues zu bleiben. Sie würdigte die Kreativität und den Ideenreichtum junger Menschen, die Kirche mitgestalten, und bezeichnete die Kulturkirche St. Petri in Lübeck als einen Ort, an dem Neues erprobt wird in Freiräumen, in Freiträumen.

Zum Abschluss ihrer Predigt machte die neue Leiterin der Dienste und Werke Mut, auf die verändernde Kraft von Begegnungen und des Evangeliums zu vertrauen: Wann immer wir die gute Nachricht weiter sagen in Schulen, am Krankenbett, am Telefon, auf dem Segelschiff oder im Café Ruth kann sich das Leben von Menschen verändern. Kann das eine Wort, die eine Begegnung, das Leben von Menschen auf den Kopf stellen.